Unterricht

Ich vertraue meinem rechten Bein nicht

Das Training gestern lief wesentlich besser als letzte Woche. Trotzdem die Übungen an der Stange wieder neue Kombinationen waren, kam ich besser hinterher und konnte mich besser auf die Technik fokussieren. Beim letzten Mal war ich aber auch nervös, wegen anderer Ballettschule, anderer Ballettlehrerin und anderer, vor allem vieler, Ballettschüler. Wir waren dieses Mal wesentlich weniger, nur zu acht. Dadurch konnte Cristina sehr viel besser korrigieren.

Nach den Übungen an der Stange und dem Stretching kam eine Variation mit Tendu und einfachen Pirouettes dran, die immerhin im zweiten Anlauf auch klappten. Allerdings habe ich bei Drehungen gegen den Uhrzeigersinn Probleme meine Achse zu finden. Welches Bein das Standbein ist, spielt dabei gar keine Rolle. Verrückt, denn bei den meisten ist es eher so, dass sie ein „gutes“ und ein „schlechtes“ Bein haben, die Richtung aber egal ist.

Es liegt wieder einmal nur an meiner Ausführung.

Nahtlos gingen wir über zu Tombé, Pas de Bourrée und Pirouette mit anschließenden Chaîné-Drehungen durch den Raum. Hier genau das gleiche: im Uhrzeigersinn klappte es besser. Aber beim zweiten Durchlauf waren die Drehungen auch in die andere Richtung wesentlich besser. Ich hatte letzte Woche das Gefühl, dass ich mit meinen Schläppchen am Boden kleben bleibe, so dass sich diese an meinen Füßen verdrehen. Gestern war das zum Teil genauso. Als ich mich aber mehr auf die Technik konzentrierte und darauf „rumzukommen“ ließ das Gefühl ein wenig nach. Schläppchen sind dafür gemacht, dass man auf Standard-Tanzböden gut drehen kann – warum sollten meine da die Ausnahme sein? Also üben, üben, üben! Es liegt wieder einmal nur an meiner Ausführung.

Es ging weiter mit Sprüngen. Auch die wollten dieses Mal besser gelingen – ich konnte mich sogar darauf konzentrieren, hoch zu springen und dabei meine Füße richtig zu strecken. Viel Luft nach oben ist aber natürlich trotzdem noch.

Ich konnte praktisch spüren, wie meine Zehen einen Bizeps bekamen.

Zeitgefühl hat etwas Faszinierendes: wie kommt es, dass 90min Vorlesung in der Uni eine Ewigkeit sind und 90min Balletttraining wie im Flug vergehen? Schon waren sie um und der Saal leerte sich wieder. Außer mir waren es dieses Mal nur zwei weitere Spitzenlernerinnen.

Der Unterricht startete wie schon beim letzten Mal mit einem Warm-Up und Stretching der Füße. Dann Übungen aus halber Spitze hoch – sehr fies, weil man kein Plié zum Schwung holen hat, sondern sich mit einer Muskelkraft hochhieven muss. Ich konnte gestern praktisch spüren, wie meine Zehen einen Bizeps bekamen.

Ein Übung, die mir schon vergangen Woche Probleme bereitet hatte, waren Plié Tendus und dann mit dem Körpergewicht auf das vordere (Tendu-ausführende) Bein. Obwohl das andere Bein gleich hinterherkommt und schließt (also keine Piqué Arabesque) und ich so eigentlich genügend Halt haben müsste, traute ich mich nicht, in einer flüssigen Bewegung mein Gewicht zu verlagern.

Aus dem Plié Tendu auf das Spielbein, dabei bleibt dieses permanent gestreckt.

Das Tendu-Bein müsste die ganze Zeit gestreckt bleiben, aber irgendwie will das nicht so ganz klappen. Vor allem meinem rechten Bein vertraue ich da in puncto Kraft nicht. Das Gewicht auf das linke Bein zu bringen ging besser. Das Ganze wäre einfacher, wenn ich schon im Tendu mehr auf der Plattform stehen würde, oder zumindest annähernd. Leider gibt mein Fußgelenk diese Bewegung (noch) nicht her. Hier finde ich das sehr schön erklärt und dargestellt.

So sieht das derzeit bei mir aus. Die Zehen sind hübsch unter dem Fuß und ich stehe auf der Plattform. Sobald ich aber das Bein nach vorne strecke, machen meine Zehen einen Abgang und sind zu weit vorne (im gif oben sieht man das sehr gut).

Mein aktuelles to do sieht also so aus, am Stretching im Fußgelenk zu arbeiten. Außerdem sind meine Pirouetten ausbaufähig, aber das ist ja nichts Neues. Am Wochenende möchte ich außerdem einmal ein Workout für Balletttänzer ausprobieren. Ich konnte für kleines Geld eine DVD des New York City Ballet ergattern, auf dem diverse Übungen zur Stärkung des Rückens, Bauch und der Beine sind. Mal schauen, wie lange ich durchhalte.

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